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05.11.2009

- Wir wollten mit Farbe die Teilung ueberwinden -

East Side Gallery an Berlins Mauer ist laengste Galerie der Welt



- Wir wollten mit Farbe die Teilung ueberwinden - - Bild: KNA_200739
- Wir wollten mit Farbe die Teilung ueberwinden - - Bild: KNA_200740

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Wie ein reißender Fluss ziehen die Menschenmassen an den Mauerstücken vorbei. Unter ihnen sind lachende Gesichter, aber einige zeigen so etwas wie Angst. "So habe ich es damals, vor 20 Jahren, am Checkpoint Charlie erlebt", erzählt der Künstler Kani Alavi über sein Gemälde. Genau so hat der 53-Jährige seine Impressionen wenig später als damals noch junger Künstler gemalt - nicht auf die Leinwand, sondern auf die Berliner Mauer selbst. "Es geschah im November" heißt sein Werk und ist eines von 102 Kunstwerken, die zusammen die längste Galerie der Welt bilden: die "East Side Gallery" an der Berliner Mauer. Auf großformatigen Wandbildern stellten internationale Künstler ihre Sicht des Umbruchs der Jahre 1989/90 dar.

"Es war eine Aufbruchsstimmung und Euphorie", erinnert sich Alavi an die Anfänge der Massen-Mauer-Malerei wenige Wochen nach der Grenzöffnung im Herbst 1989. "Wir wollten mit Farbe die Mauer und die Teilung überwinden." Im Dezember 1989 haben sich die großen Künstlerverbände aus "beiden deutschen Staaten" zusammengeschlossen, als eine erste große gemeinsame Arbeit sollte ein Mauerstück an der Mühlenstraße bemalt werden. Durch Mund-Propaganda wurden schließlich 117 Künstler aus 21 Ländern angezogen, so auch Alavi, der aus dem Iran stammt, aber bereits 1980 nach Deutschland kam. Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer begannen die Maler, ihre Werke auf die Betonfront zu pinseln…

[Text: Markus Nowak | Fotos: Wolfgang Radtke]

Datenbankstichwort: East Side Gallery


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