english version

KNA-Bild
Katholische Nachrichtenagentur Pressebild

Heinrich-Brüning-Straße 9    53113 Bonn
Postfach 1840 53008 Bonn
Telefon:   +49 (0) 228 26000800
Telefax: +49 (0) 228 26000815
ISDN: +49 (0) 228 2804837
Internet:    www.kna-bild.de
E-Mail: redaktion@kna-bild.de

13.01.2011

Die Tränen der Mutter Bipela

Bei der Sinti-Wallfahrt im saarländischen Oberlöstern



Die Tränen der Mutter Bipela - Bild: KNA_224593
Die Tränen der Mutter Bipela - Bild: KNA_224604

Die Tränen der Mutter Bipela - Bild: KNA_224609
Die Tränen der Mutter Bipela - Bild: KNA_224612

Die Tränen der Mutter Bipela - Bild: KNA_224615
Weitere Fotos
in der
Bilddatenbank
Für einen kurzen Moment nimmt Maria Hoffmann ihre Brille ab und wischt sich die Tränen aus den Augen. Weinend steht die 69-Jährige vor einer kleinen hellblau gestrichenen Grotte. In ihr befindet sich eine etwa ein Meter große Marienfigur, zu der Hoffmann händefaltend aufschaut. "Ich spüre ihre Liebe und danke der Muttergottes, dass sie meinen Neffen geheilt hat", sagt Bipela, wie Maria Hoffmann in Romanes, der Sprache der Sinti genannt wird.  Vor über 30 Jahren soll es hier im saarländischen Oberlöstern Marienerscheinungen gegeben haben. Seitdem kommen jedes Jahr ganze Familien der Volksgruppe der Sinti, einer Volksminderheit zumeist aus deutschsprachigen und mitteleuropäischen Ländern, in den kleinen Ort im Hunsrück. Auf einer Wiese hinter dem örtlichen Sportplatz errichten sie hier ihr Quartier. Diesmal haben sich mit 120 vergleichsweise viele deutsche und französische Sinti eingefunden. Es ist eine religiöse Zusammenkunft, eine Wallfahrt über mehrere Tage, mit Wagensegnung, Gottesdiensten und einer Prozession quer durch den Ort. Mehr als drei Dutzend Wohnwagen, Transporter, Zelte und Pavillons hauchen dabei der ländlichen Gegend ein bisschen Leben ein.

Das geistliche Zentrum des Campingdorfes bildet ein grün-weißer Pavillon. Zusammen mit anderen Sinti hat Bipela hier eine Gebetsstätte eingerichtet - mit Blumen, Kerzen, Bildern von Jesus und einer Marienfigur. Als Organisatorin der Wallfahrt hat sie Kerzen, Rosenkränze und Marienbilder an ihre Volksleute verteilt. Ganz schön viel Arbeit sei das für eine Frau ihres Alters, gibt Bipela zu. "Aber ich mache es gerne für den Himmel, für Jesus und Maria", sagt die Mutter von zwei Söhnen. Schließlich sei das ein Teil ihres Glauben und ihrer Tradition. Mit ihrem Engagement will Bipela verhindern, dass noch mehr Sinti zu Sekten überlaufen...

[Text und Fotos: Paul Sklorz]

Datenbankstichwort: Sinti-Wallfahrt


Abdruck honorarpflichtig!

Reportagen




Reportagen-Newsletter abonnieren:
Anrede*   Nachname*
 
E-Mail*
* Pflichtfelder