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01.09.2011

Griff nach dem Gockelkopf im vollen Galopp

Zum Erntedank rupfen bei den Niedersorben junge Reiter Federvieh



Griff nach dem Gockelkopf im vollen Galopp - Bild: KNA_236706
Griff nach dem Gockelkopf im vollen Galopp - Bild: KNA_236711

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Griff nach dem Gockelkopf im vollen Galopp - Bild: KNA_236721
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Der Anblick ist nichts für Menschen mit schwachem Gemüt: Ein toter Hahn hängt leblos in drei Metern Höhe; Kopf und Flügel baumeln im Wind. Kopf und Glieder des Federviehs warten darauf, von jungen Reitern abgerissen zu werden – und das in guter Absicht: Das soll für einen guten Ernteertrag im nächsten Jahr sorgen. "Lapanje kokota" (Hahnrupfen) heißt das sorbische Brauchtum, das immer im Spätsommer nach dem Einbringen der Getreideernte in den Dörfern der Niederlausitz gepflegt wird.

"Die meisten sorbischen Bräuche und ihre Ursprünge stammen noch vom Glauben an Naturgötter", sagt Helmut Mattick, Jugendkoordinator der Domowina, dem Dachverband der sorbischen Vereine. Die Sorben hätten früher dem Hahn die Fähigkeit zuschrieben, die Ernte zu beeinflussen, erklärt der 55-Jährige weiter. Auch heutzutage komme es schon einmal zu Ernteausfällen, wenn kein Getreide eingefahren werden könne. Früher sei aber das ganze Dorf von einem guten Ertrag existenziell abhängig gewesen und davon, "ob es gut über den Winter kommt"...

[Text und Fotos: Markus Nowak]

Datenbankstichwort: Erntedank bei den Sorben


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