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26.01.2012

Von Henkern, Hexen und Heiligen

Ausstellung in Kassel zeigt Strafen des Mittelalters



Von Henkern, Hexen und Heiligen - Bild: WRA_2788
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Die Menge vor dem Scheiterhaufen johlt und applaudiert. Tausende sind zur Hinrichtung der Hexe vor die Stadtmauern gekommen. Krähen umkreisen krächzend den Richtplatz. Dann hört man das Knistern von Feuer - die Verurteilte wird qualvoll sterben. Verbrennen, Köpfen, Hängen und Rädern waren im Mittelalter gängige Strafen. Im Museum für Sepulkralkultur in Kassel hat nun eine Ausstellung eröffnet, die in die Welt der mittelalterlichen Straf- und Rechtspraxis führt, zu "Galgen, Rad und Scheiterhaufen".

"Galgenfeld", "Richtsberg", "Am Pranger" - Flur- und Straßennamen zeugen heute noch von einstigen Richtstätten. Sie befanden sich meist vor den Stadttoren an weithin sichtbaren Orten - auf Hügeln, Brücken oder an Straßenkreuzungen. "Öffentliche Hinrichtungen waren inszenierte Spektakel, die Jahrmarktcharakter hatten", erklärt die Kuratorin der Ausstellung, Ulrike Neurath-Sippel. "Sie dienten der Abschreckung potenzieller Übeltäter."

 

[Text: Bettina Noeth | Fotos: Wolfgang Radtke]

Datenbankstichwort: Sepulkralkultur


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